Paris im Wandel: der Plan Vélo 2021-2026 (und was das für Ihren Aufenthalt bedeutet)
Paris beschleunigt seine Fahrrad-Transformation mit dem Plan Vélo 2021-2026, ausgestattet mit einem Budget von mehr als 250 Millionen Euro (also 100 Millionen mehr als der vorherige Plan). Das Ziel ist klar: Radfahren im Alltag einfacher, sicherer und „natürlicher“ zu machen – für Pariserinnen und Pariser genauso wie für Besucher. Wenn Sie im Hôtel R de Paris übernachten (Paris 9, Bereich Saint-Lazare / Opéra), sind Sie ideal gelegen, um Paris per Rad zu testen: kurze Wege, zentrale Viertel, gut vernetzte Achsen… und eine Stadt, die sich unter Ihren Rädern neu zeichnet.
1) 180 km neue Radwege: hin zu einem durchgängigen, sicheren Netz
Im Zentrum des Plan Vélo steht der Ausbau und die Konsolidierung von Routen, die durchgängiger und besser vom Verkehr getrennt sind. Paris verfügte bereits über mehr als 1 000 km Radinfrastruktur (darunter mehr als 300 km Radwege) sowie 52 km provisorische Wege („coronapistes“) nach dem ersten Lockdown – mit dem klaren Willen, diese zu verstetigen und das Netz zu ergänzen.
Das strukturierende Netz, das Vélopolitain, setzt auf hochwertige Achsen (übersichtlicher, komfortabler). Ergänzt wird es durch ein Sekundärnetz (Verbindungen zwischen Arrondissements) und eine lokale Erschließung (Straßen im Alltag „radfahrbar“ machen). Erwartetes Ergebnis: weniger „Brüche“ und mehr naheliegende Wege – auch für Menschen, die nicht oft fahren.
2) Abstellen: 130.000 neue Plätze gegen das Problem Nr. 1
In Paris ist die größte Hürde oft das Abstellen und Diebstahl (mehr als 6 000 Anzeigen im Jahr 2020). Der Plan Vélo sieht daher mehr als 130 000 neue Plätze vor – sehr pragmatisch gedacht: mehr Bügel, mehr gesichertes Abstellen und bessere Angebote an strategischen Knotenpunkten.
- 30 000 Plätze an Bügeln im öffentlichen Raum (inkl. Stellplätzen für Lastenräder)
- Gesichertes Abstellen mit Ziel 100 000 Plätze, inkl. ausgestatteter Anlagen (mit Steckdosen für E-Bikes)
- Gesichertes Anwohner-Abstellen
- Mehr Kapazität an Bahnhöfen und stark frequentierten Orten
Für Besucher ist die gute Nachricht simpel: Es wird leichter, „kurz zu stoppen“, ohne 10 Straßen nach einem Platz zum Anschließen zu suchen.
3) Fahrrad-Gegenverkehr: die Idee „überall fahren“
Eine weitere markante Entwicklung: die Ausweitung von Fahrrad-Gegenverkehr in kleinen Straßen – mit dem Ziel 390 km bis 2026. Für einen Aufenthalt ist der Nutzen enorm: weniger Umwege, natürlichere Querungen mancher Viertel und weniger das Gefühl, vom Einbahn-System der Autos „eingeschränkt“ zu sein.
In Paris Centre betrifft das bereits viele Straßen – und diese Logik soll weiter ausgedehnt werden, um Wege noch flexibler zu machen.
4) Regional gedacht: RER Vélo (Vélo Île-de-France) + Vélopolitain
Der Plan ist Teil einer größeren Dynamik: Paris mit dem Umland über strukturierende Achsen zu verbinden – „logischer“ für längere Strecken.
- Der RER Vélo (umbenannt in Vélo Île-de-France): 9 Linien zwischen Paris und Umland
- Der Vélopolitain: Kontinuität der Wege auf Metropolebene
Genannte Zahlen sprechen von bereits hoher Kontinuität (z. B. 84%) und großem Fortschritt beim Ausbau (z. B. 72% der geplanten 1 300 km). Für Ihren Aufenthalt wichtig: Auch ohne eigenes Rad wird das Netz übersichtlicher und „fahrbarer“.
5) Sicherheit: Tempo-30-Zonen, geschützte Kreuzungen und neue Prioritäten
Der Plan soll das Miteinander in der Stadt sicherer machen (Rad, Fuß, Auto, Bus). Zu den hervorgehobenen Maßnahmen gehören:
- Ausweitung der 30-km/h-Zonen
- „Holländische“ Kreuzungen und Schutzinseln
- Fahrrad-Aufstellflächen und eigene Fahrradampeln
- Markierungen gegen tote Winkel in öffentlichen Aufträgen
- Mehr Kontrollen (Radwege / Fußgänger-Vorrang)
Für Besucher ist das oft der größte Unterschied: Auf manchen Achsen und an Kreuzungen fühlt man sich deutlich wohler.
6) Förderung, Training, Vélib’: fahren ohne eigenes Rad
Um die Nutzung zu verbreitern, sind Kaufhilfen (u. a. für E-Bikes) und Training für den Stadtverkehr vorgesehen. Und wenn Sie kein eigenes Rad haben: Vélib’ bleibt eine einfache Option – mit 1 406 Stationen (davon 1 006 in Paris und 400 im nahen Umland) sowie mechanischen und elektrischen Rädern.
Zahlen, die den Schub zeigen
Radverkehr ist deutlich sichtbarer: 2021 nutzten mehr als 4,1 Millionen Fahrräder und E-Scooter die Rue de Rivoli, und der Boulevard de Sébastopol erreichte 28 417 Fahrräder an einem Tag im Oktober 2022. Der angegebene Modalanteil liegt bei 11,2% der Wege per Rad in Paris (gegenüber unter 5% vor dem Lockdown), mit einem gemessenen Plus von 71,6% bei der Nutzung der Radwege zwischen 2021 und 2023.
In der Nähe des Hôtel R de Paris: was Sie „vor Ort“ merken
Im 9. Arrondissement und rund um Saint-Lazare / Grands Boulevards hat sich viel getan: mehr Trennung, bessere Lesbarkeit und mehr Fahrradabstellplätze. Nahe Achsen (z. B. Richtung rue du Havre / rue Tronchet) wurden für ihre Umgestaltungen und zusätzliche Stellplätze genannt – inklusive Plätzen für Lastenräder. Für Sie bedeutet das vor allem: Raus- und Reinfahren mit dem Rad wirkt „natürlicher“ als noch vor ein paar Jahren.






