Acht Gehminuten vom Hôtel R de Paris entfernt bewahrt ein bürgerliches Haus in der Nouvelle Athènes unverändert die Atmosphäre eines Maleratelier aus dem 19. Jahrhundert. Das Gustave-Moreau-Nationalmuseum, in der 14 rue de La Rochefoucauld im 9. Arrondissement, gehört zu jenen Orten, die von den großen Touristenrouten übergangen werden, und genau das macht seinen Wert aus: Man besichtigt hier die Wohnung und die übereinanderliegenden Ateliers des Künstlers, dort, wo er lebte und arbeitete.
Dieser Beitrag fasst alles Wichtige für Ihren Besuch zusammen: was es zu sehen gibt, die Öffnungszeiten, die Preise, die Funktionsweise der Tickets und die Anfahrt aus dem Viertel.
Gustave Moreau, ein Symbolist zu Hause
Gustave Moreau (1826-1898), eine bedeutende Figur des Symbolismus, vermachte dem Staat sein Haus und sein gesamtes im Atelier verbliebenes Werk. Das Museum bewahrt so mehr als 1.200 Gemälde und Kartons sowie nahezu 5.000 Zeichnungen und Aquarelle, präsentiert in ihrem ursprünglichen Rahmen. Nichts hier hat die Kühle einer klassischen Hängung: Die Leinwände reichen bis zur Decke, Möbel und Skizzen sind an ihrem Platz geblieben, und man bewegt sich in der Intimität eines Künstlers statt in einer Galerie.
Im Sommer 2026 ist keine Sonderausstellung angekündigt (die Hängung zum 200. Geburtstag des Malers endete im Frühjahr), vorbehaltlich einer Aktualisierung des Programms. Zwei feste Termine bleiben jedoch bestehen: eine gesungene Führung bis zum 20. November 2026 und eine englischsprachige Führung bis zum 14. Dezember 2026.
Der Rundgang, von der Wohnung zu den Ateliers
Das Herzstück des Besuchs liegt im zweiten und dritten Stock, in den weitläufigen Ateliers des Malers, die durch eine spektakuläre schmiedeeiserne Wendeltreppe verbunden sind, das Markenzeichen des Ortes. Dort entdeckt man große, oft unvollendete mythologische Kompositionen sowie ganze Wände mit Zeichnungen auf drehbaren Tafeln. Je nach Besucherzahl kann auch die private Wohnung im ersten Stock geöffnet sein, ihr Besuch ist jedoch nicht garantiert.
Die Stille des Ortes, selten in Paris, gehört zum Erlebnis dazu.
Öffnungszeiten, Preise und Tickets: das Wichtigste
Öffnungszeiten und Schließtage
Das Museum ist täglich außer dienstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet (die Säle schließen um 17.45 Uhr). Geschlossen ist es am 1. Januar, 1. Mai und 25. Dezember. Die offizielle Website weist darauf hin, dass außerplanmäßige Schließungen im Fall eines angekündigten Streiks möglich bleiben: Im Zweifel lohnt sich eine Prüfung am selben Tag.
Preise und Tickets
Der reguläre Preis für das einfache Eintrittsticket beträgt 8 €. Die Führung ist darin nicht enthalten: Sie erfordert ein eigenes Ticket zu 10 €. Der ermäßigte Preis liegt bei 6 €, und der Eintritt ist kostenlos für unter 26-Jährige aus der EU oder dem EWR sowie für mehrere weitere Gruppen (Arbeitssuchende, Empfänger von Sozialleistungen, Menschen mit Behinderung und ihre Begleitperson, unter anderem). Zudem ist der Eintritt für alle am ersten Sonntag jedes Monats kostenlos, ein Tag, an dem eine Online-Reservierung dringend empfohlen wird.
Gut zu wissen: Das Ticket bleibt 72 Stunden gültig und ermöglicht auch den Besuch des Musée Jean-Jacques Henner, eines weiteren Pariser Atelierhauses. Diese Vereinbarung kann sich ändern, am besten beim Kauf bestätigen lassen.
Reservierung
Außerhalb des ersten Sonntags im Monat genügt in der Regel der Kauf vor Ort, da der Ort wenig besucht ist. Zur Vorausplanung ermöglicht die offizielle Ticketstelle den Online-Kauf des Tickets.
Anfahrt aus dem 9. Arrondissement
Das Museum liegt etwa acht Gehminuten vom Hôtel R de Paris (41 rue de Clichy) entfernt: Man folgt einfach der rue de Clichy hinunter und erreicht dann das Viertel rund um die Trinité, ganz ohne Metro. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind die nächstgelegenen Stationen Trinité-d'Estienne d'Orves und Saint-Georges (Linie 12) oder Pigalle (Linien 2 und 12); auch die Buslinien 21, 26, 40, 43, 68 und 74 bedienen das Viertel. Bei einer beladenen Rückfahrt oder bei Regen helfen unsere empfohlenen Taxi-Apps weiter.
Ein Hinweis: Das Museum ist nicht rollstuhlgerecht (nur Treppen, kein Aufzug), und Kinderwagen müssen an der Rezeption abgestellt werden.
Das Gustave-Moreau-Museum eignet sich gut für einen kulturellen Vormittag, bevor man durch das Viertel Nouvelle Athènes schlendert, zwischen Stadtpalais und rue des Martyrs.
Um die Entdeckung fortzusetzen, lässt es sich leicht in einen Rundgang durch Paris auf der Seite des 9. Arrondissements einbinden, fernab der Menschenmassen der großen Museen.