Noch nie hat ein französisches Nationalmuseum Mary Cassatt eine eigene Ausstellung gewidmet. Das ändert sich am 6. Oktober 2026: Bis zum 31. Januar 2027 zeigt das Musée d'Orsay „Mary Cassatt. L'indépendante", die erste französische Retrospektive der amerikanischen Impressionistin (1844-1926), organisiert mit der National Portrait Gallery in London und dem Museum of Fine Arts in Boston.
Fast vier Monate lang also: Die Ausstellung reicht durch den Herbst, die Allerheiligenferien, die Feiertage und den ganzen Januar. Es wird also überlaufene Tage geben und deutlich ruhigere. Hier ist, was zur Hängung bekannt ist, was der Eintritt kostet, wie das Zeitfenster-Ticketsystem funktioniert und wie man das Museum vom 9. Arrondissement aus erreicht.
Warum diese Retrospektive Bedeutung hat
Mary Cassatt (1844-1926) gehört zu jenen Künstlerinnen, deren Name die Geschichte des Impressionismus begleitet, ohne je allein im Mittelpunkt eines französischen Nationalmuseums gestanden zu haben. Genau das korrigiert nun das Musée d'Orsay: eine monografische Ausstellung, ganz ihrem Werk gewidmet, die erste dieser Art in Frankreich.
Sie wird mit zwei ausländischen Institutionen organisiert, der National Portrait Gallery in London und dem Museum of Fine Arts in Boston. Eine solche Koproduktion erklärt in der Regel den Umfang der erhaltenen Leihgaben: ein Werk zusammenzuführen, das sich zwischen Europa und den USA verteilt, erfordert Partner auf beiden Seiten des Atlantiks, und das lässt sich kein zweites Mal ohne Weiteres wiederholen.
Der vom Museum gewählte Titel, „L'indépendante" (die Unabhängige), gibt den Blickwinkel vor: weniger ein Platz innerhalb einer kollektiven Bewegung als ein persönlicher Weg, abseits der Schubladen, in die man die Malerinnen und Maler dieser Generation gewöhnlich einordnet.
Achtzig Werke, drei Techniken
Die Hängung vereint rund achtzig Werke, aufgeteilt auf Gemälde, Pastelle und Druckgrafiken. Genau das macht den Reiz einer Monografie aus: derselben Hand von einer Technik zur anderen zu folgen, zu sehen, was sie im Pastell sucht und was sie in der Druckgrafik anders löst, statt zwei vereinzelte Gemälde in einem Überblick über eine Bewegung zu kreuzen.
Der Umfang bleibt überschaubar, weit entfernt von jenen ausufernden Ausstellungen, die man auf halbem Weg aufgibt. Ein Punkt ist dennoch zu beachten: Das Ticket gewährt auch Zugang zur Dauerausstellung des Museums. Viele Besucher schließen sie gleich an, und es wäre schade, im Eiltempo durch die impressionistischen Säle zu ziehen. Ist die Ausstellung Teil eines längeren Aufenthalts, hilft unser Guide zu den Sehenswürdigkeiten von Paris, die Besuche auf mehrere Tage zu verteilen, statt alles in einen Vormittag zu pressen.
Wann hingehen, und zu welchem Preis
- Termine: vom 6. Oktober 2026 bis 31. Januar 2027.
- Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag von 9.30 bis 18 Uhr; Abendöffnung donnerstags bis 21.45 Uhr; montags geschlossen.
- Preise: 16 € regulär, 13 € ermäßigt, 12 € während der Abendöffnung donnerstags nach 18 Uhr. Kostenlos für Besucher unter 18 Jahren.
- Monatlich kostenlos: freier Eintritt am ersten Sonntag des Monats, wobei ein Zeitfenster trotzdem gebucht werden muss.
- Adresse: 1 rue de la Légion d'Honneur, Paris, 7. Arrondissement.
Die Abendöffnung donnerstags ist das beste Zeitfenster im Programm: 12 € nach 18 Uhr, Abendlicht in den Sälen und ein Besucherandrang, der nach Feierabend spürbar nachlässt. Es ist zudem das einzige Zeitfenster, das den restlichen Tag frei lässt.
Das Zeitfenster-Ticket, der eigentliche Knackpunkt
Das Museum arbeitet mit Zeitfenster-Tickets: Man wählt beim Ticketkauf über die Ticketbörse des Musée d'Orsay einen Eintrittstag und eine Uhrzeit. Für Gruppen ab sieben Personen ist die Buchung eines Zeitfensters verpflichtend. Einzelbesuchern wird sie dringend empfohlen: An den Kassen vor Ort werden nur die am jeweiligen Tag verbliebenen, nicht reservierten Plätze verkauft, die bei steigendem Andrang selten verfügbar sind. Dieses Verfahren sollte vor dem Besuch noch beim Museum bestätigt werden.
Eine erste Retrospektive zieht viele Besucher an, und diese eröffnet mitten in der Saison neuer Ausstellungen. Wochenenden, die Allerheiligenferien und die Feiertage werden den Großteil des starken Andrangs bündeln. Die ruhigsten Zeitfenster liegen in der Regel wochentags zur Öffnung um 9.30 Uhr oder donnerstagabends.
Anreise zum Museum von der Rue de Clichy
Das Hôtel R de Paris liegt in der 41 rue de Clichy, nur wenige Schritte vom Bahnhof Saint-Lazare entfernt (7 Minuten zu Fuß). Von dort bringt die Linie 12 Richtung Mairie d'Issy in drei Stationen nach Solférino (Madeleine, Concorde, Assemblée Nationale), von wo es noch rund fünf Minuten zu Fuß bis zum Museumseingang sind. Rechnen Sie mit 25 bis 30 Minuten von Tür zu Tür, ein nützlicher Puffer, wenn der Eintritt an eine feste Uhrzeit gebunden ist.
Dieselbe Linie 12 hält auch an Trinité-d'Estienne d'Orves, einer weiteren Station im Viertel, für alle, die am Anfang lieber weniger laufen möchten. Auf dem Rückweg von einer Abendöffnung erspart ein Taxi oder eine Fahrdienst-App das Umsteigen und die Fahrt im Stehen: unsere Hinweise zur Fortbewegung in Paris fassen die Optionen je nach Uhrzeit zusammen.
Das Wichtigste bleibt: Bei einer Ausstellung dieses Umfangs entscheidet mehr noch als das Datum das gewählte Zeitfenster über den Komfort des Besuchs.






