Man braucht zwei Tage, um das 9. Arrondissement wirklich zu verstehen — nicht nur, um hindurchzugehen, sondern um es wirklich zu verstehen. Seine fünf Gesichter (Opéra, Grands Boulevards, Nouvelle Athènes, Pigalle und South Pigalle) funktionieren wie eigenständige Viertel, jedes mit seiner eigenen Atmosphäre, seinen Adressen und seinem Rhythmus. Vom Hôtel R de Paris in der rue de Clichy aus ist alles zu Fuß erreichbar — ohne Ausnahme. Hier ist ein Zwei-Tage-Programm, mit dem Sie das Beste daraus machen, ohne sich zu hetzen.
Tag 1 — Opéra, Passagen und große Kaufhäuser
Morgen: Palais Garnier
Beginnen Sie mit der monumentalsten Seite des 9. Arrondissements. Das Palais Garnier (place de l’Opéra, 9. Arrondissement) ist eines der prachtvollsten Gebäude von Paris — mit großer Marmortreppe, goldglänzendem Foyer und einem italienischen Zuschauersaal unter der von Chagall bemalten Decke. Freie Besichtigungen sind außerhalb von Proben und Aufführungen möglich, in der Regel von 10 bis 17 Uhr. Buchen Sie Ihr Ticket online, um Wartezeiten zu vermeiden. Rechnen Sie je nach Tempo mit 1 bis 1,5 Stunden.
Wenn Sie hinausgehen, lohnt sich ein Blick auf die Perspektive der avenue de l’Opéra in Richtung Louvre — eine der eindrucksvollsten Achsen des haussmannschen Paris, bewusst freigehalten, damit kein Monument den Blick abschließt.
Später Vormittag / Mittag: die Passagen
Zwei Gehminuten weiter nördlich am boulevard Montmartre betreten Sie die Passage Jouffroy — die lebendigste der überdachten Passagen des 9. Arrondissements, 1847 aus Eisen und Glas erbaut, mit Mosaikboden, der im Winter beheizt wird. Spezialbuchhandlungen, antikes Spielzeug, ein charmantes Hotel am Ende: die Atmosphäre wirkt wie aus der Zeit gefallen. Die anschließende Passage Verdeau, etwas diskreter, beherbergt Antiquitätenhändler, Grafikverkäufer und Comic-Buchhändler.
Hier bietet sich eine Pause an: In den Passagen selbst oder direkt daneben gibt es mehrere gute Adressen zum Essen. Es ist auch die Gelegenheit, wieder in Richtung boulevard des Capucines zu gehen und an der Fassade des legendären L’Olympia vorbeizukommen — 1893 eröffnet und Bühne für Édith Piaf, Jacques Brel, die Beatles und die Rolling Stones.
Nachmittag: Galeries Lafayette und Printemps Haussmann
Weiter geht es zum boulevard Haussmann und zu den beiden großen Tempeln des Pariser Shoppings. Auch ohne etwas zu kaufen, lohnen sich zwei kostenlose Highlights: die Jugendstil-Kuppel der Galeries Lafayette (freier Zugang, Ebene 1) und die Panoramaterrasse auf dem Dach — mit 360°-Blick über Paris, die Opéra, den Eiffelturm und Sacré-Cœur, ganz ohne Ticket oder Reservierung. Im Printemps befindet sich außerdem das Rooftop Perruche im 9. Stock — wenn das Wetter mitspielt, ist das der perfekte Moment für einen Drink mit Blick auf die Haussmann-Dächer.
Weitere Rooftops, die Sie vom Hotel aus zu Fuß erreichen können — Créatures (Galeries Lafayette), Maggie (Hôtel Rochechouart), Sequoia (Kimpton) — finden Sie in unserer vollständigen Auswahl der besten Rooftops im 9. Arrondissement.
Abend: Abendessen im Viertel
Für das erste Abendessen bietet die Gegend mehrere Stimmungen. Direkt in der Straße des Hotels: L’Ascension (67 rue de Clichy, Chef Amar Chalal, ehemals bei Yannick Alléno), 3 Minuten zu Fuß — instinktive Marktküche mit kurzer, sehr sorgfältiger Karte. Etwas weiter entfernt liegt Argile (4 rue de Milan, Chef Romain Lamon), 2 Minuten entfernt — moderne Bistronomie in intimem Rahmen. Wer es lockerer mag, findet am Abend belebte Terrassen in der rue des Martyrs und auf der place Gustave Toudouze.
Tag 2 — Nouvelle Athènes, Pigalle und rue des Martyrs
Morgen: Nouvelle Athènes und Musée Gustave Moreau
Der zweite Tag beginnt anders. Nehmen Sie sich Zeit für einen Spaziergang durch die Nouvelle Athènes — die intimste und romantischste Seite des 9. Arrondissements. Vom Hotel aus in südöstlicher Richtung folgen Sie der rue de La Rochefoucauld bis zum Musée Gustave Moreau (14 rue de La Rochefoucauld, 8 Minuten zu Fuß). Das seit 1898 erhaltene Wohnatelier des symbolistischen Malers mit 25.000 Werken und schmiedeeiserner Wendeltreppe zählt zu den eigenwilligsten Museen von Paris. Alle praktischen Informationen finden Sie in unserem eigenen Artikel über das Musée Gustave Moreau.
Auf dem Rückweg kommen Sie über die place Saint-Georges — gepflastert, von neoklassizistischen Stadtpalais gesäumt, mit der Fondation Dosne-Thiers in der Mitte. Nur wenige Meter entfernt befindet sich das Museum der Romantik (16 rue Chaptal) in der ehemaligen Residenz des Malers Ary Scheffer: kostenlose Dauerausstellung, Garten mit Teesalon und eine sanfte Atmosphäre des 19. Jahrhunderts. Direkt daneben erinnert eine Gedenktafel daran, dass Serge Gainsbourg in seinen frühen Jahren in der 11 bis rue Chaptal lebte.
Später Gourmet-Vormittag: rue des Martyrs
Von der place Saint-Georges aus geht es weiter hinauf zur rue des Martyrs — der lebendigsten Einkaufs- und Genussstraße des Viertels. Käseläden, handwerkliche Bäckereien, Weinhandlungen, Feinkostläden, Traiteure, Floristen… Am besten läuft man die Straße von unten nach oben ohne festen Plan und bleibt dort stehen, wo ein Schaufenster lockt. Merken Sie sich: Beillevaire (Nr. 48), La Chambre aux Confitures (Nr. 9), Landemaine (Nr. 26). Alle Details und Adressen finden Sie in unserem kompletten Guide zur rue des Martyrs.
Die Straße steigt bis zur place Gustave Toudouze an — einem kleinen baumbestandenen Platz mit Caféterrassen, ideal für einen Kaffee vor dem Weitergehen.
Nachmittag: Pigalle und South Pigalle
Wenn Sie weiter nach Norden gehen, gelangen Sie in die Welt von Pigalle. Die place Pigalle selbst, an der Grenze zwischen dem 9. und 18. Arrondissement, öffnet zwei Richtungen: hinunter zum Fuß des Montmartre (Sacré-Cœur liegt 20 Gehminuten entfernt) oder hinüber nach South Pigalle (SoPi), der angesagtesten Ecke des heutigen 9. Arrondissements.
SoPi ist das 9. Arrondissement von heute: kreative Cocktailbars, Naturwein-Restaurants, Vintage-Läden und Konzerträume. Verpassen Sie nicht den Terrain Duperré — den mehrfarbigen Basketballplatz zwischen zwei Häusern in der rue Duperré, einen der überraschendsten Fotospots von Paris. Nicht weit davon entfernt bietet die Cité du Midi, eine blumige und friedliche Gasse mitten im Trubel von Pigalle, ein paar Minuten unerwarteter Ruhe.
Für den Abend gibt es viele Möglichkeiten: ein Konzert in der La Cigale oder im Divan du Monde, ein Abendessen in einem der neuen Restaurants von SoPi oder einfach ein Drink auf einer Terrasse am boulevard de Clichy.
Was diese Route für das nächste Mal aufhebt
Zwei Tage im 9. Arrondissement sind bereits viel. Und doch bleiben noch die Folies Bergère (rue Richer), das Théâtre du Gymnase, Drouot (das bekannteste Auktionshaus von Paris, wenige Minuten weiter östlich), die Große Synagoge von Paris (rue de la Victoire) und die Hunderte von Adressen, die unser digitaler Concierge mit Filtern, Karte und direkten Links zusammenstellt.