Sie kommen in Paris an und fragen sich, wie man ein Metro-Ticket kauft, vor allem seit das kleine Papprechteck aus den Schaltern verschwunden ist. Das System ist tatsächlich einfacher geworden, sofern man zwei oder drei aktuelle Regeln für 2026 kennt. So kaufen und nutzen Sie einen Fahrschein, ohne sich zu vertun, egal ob Sie nur ein Wochenende bleiben oder eine ganze Woche vor Ort sind.

Das Wichtigste für 2026

Die Tarife 2026 gelten seit dem 1. Januar, mit einer moderaten Erhöhung von 2,3 % gegenüber dem Vorjahr. Der Standardfahrschein bleibt das Ticket t+: Es kostet 2,55 € zum vollen Preis (1,30 € zum ermäßigten Preis) und gilt für die Metro, den RER innerhalb von Paris und die Vorortzüge im gesamten Île-de-France-Netz. Für Bus und Straßenbahn ist das Ticket etwas günstiger, bei 2,05 € (1,05 € ermäßigt).

Die eigentliche Neuerung liegt woanders: Das Pappticket mit Magnetstreifen wird seit dem 1. November 2025 nicht mehr verkauft. Es wurde durch einen digitalen Fahrschein ersetzt, den man auf eine Navigo-Easy-Karte, auf die App Île-de-France Mobilités oder auf die App Bonjour RATP lädt. Das 10er-Ticketheft gibt es weiterhin, nur noch in digitaler Form, für 17,35 € (rund 19 % günstiger als der Einzelfahrschein).

Wer noch alte Pappfahrscheine aus einer früheren Reise besitzt, kann sie während einer Übergangsfrist an den Schaltern umtauschen. Da sich der genaue Stichtag je nach offizieller Mitteilung geändert hat, lohnt es sich, ihn vor der Abreise direkt auf der Website von Île-de-France Mobilités zu prüfen.

Welcher Fahrschein je nach Aufenthaltsdauer

Für die meisten Besucher ist die Navigo-Easy-Karte die einfachste Lösung. Diese Karte kostet 2 €, ist an den Schaltern und an den Automaten in den Stationen erhältlich und lässt sich beliebig aufladen: ein Ticketheft, eine Einzelfahrt, ein Tagespass. Sie halten sie einfach an die Sperre, ohne etwas ausdrucken zu müssen.

Wer lieber alles über das Smartphone erledigt, kann über die Apps Île-de-France Mobilités und Bonjour RATP einen Fahrschein kaufen und ihn direkt per NFC an der Sperre validieren, auf den meisten aktuellen Smartphones.

Für einen längeren oder sehr aktiven Aufenthalt lohnt sich eine Rechnung nach zwei Modellen:

  • Der Navigo-Semaine-Wochenpass (alle Zonen): 32,40 €, oder 16,20 € zum ermäßigten Preis. Lohnt sich ab mehreren Fahrten pro Tag über eine Kalenderwoche.
  • Der Navigo-Mois-Monatspass (alle Zonen): 90,80 €, oder 45,40 € zum ermäßigten Preis, für einen längeren Aufenthalt.
  • Der Paris-Visite-Pass (Zonen 1 bis 5): 30,60 € für 1 Tag, 45,40 € für 2 Tage, 63,80 € für 3 Tage und 78,00 € für 5 Tage, mit unbegrenzten Fahrten.

Am besten vergleichen Sie die Kosten eines Passes mit denen der Einzelfahrscheine, je nach Ihrem Programm: Wenn Sie nur wenige Fahrten planen, ist das digitale Ticketheft oft günstiger als ein unbegrenzter Pass; je mehr Fahrten Sie dagegen an einem Tag zurücklegen, desto lohnender wird der Pass.

Die Metro ist im Übrigen nicht immer das passendste Verkehrsmittel, je nach Uhrzeit oder Ziel. Um zwischen Metro, Bus, Taxi und Fahrrad abzuwägen, ergänzt unser Artikel über das passende Verkehrsmittel in Paris diesen Leitfaden sinnvoll.

Und wenn Sie lieber eine Fahrt bestellen, statt unter die Erde zu gehen, fasst unser Leitfaden zu Transport-Apps die zuverlässigsten Lösungen in der Hauptstadt zusammen.

Mit Bankkarte bezahlen: noch nicht überall an der Sperre

Oft liest man, dass es bald genügen wird, die Bankkarte an die Sperre zu halten, wie in der Londoner U-Bahn. Das stimmt zum Teil, ist 2026 aber noch nicht flächendeckend der Fall. Diese kontaktlose Direktzahlung (Open Payment) ist derzeit nur am Ausgang von Orly, an der Linie 14, seit Ende Juni 2026 aktiv, sowie an der Standseilbahn von Montmartre, seit Anfang Juli 2026. Der Ausbau im übrigen Netz ist schrittweise bis 2030 geplant.

Anders gesagt: Überall sonst in der Pariser Metro brauchen Sie weiterhin einen Fahrschein: Navigo Easy, App oder digitales Ticketheft. Zu beachten ist auch, dass diese direkte Kartenzahlung mit einem leichten Aufpreis verbunden ist (rund 0,80 € mehr pro Metrofahrt, also 3,35 € insgesamt) und keine Umstiege einschließt. Für einen Aufenthalt bleibt ein klassischer Fahrschein die günstigere Wahl.

Vom Hôtel R de Paris aus

Ein Aufenthalt in der Rue de Clichy, im 9. Arrondissement, bringt die meisten Linien in wenigen Gehminuten Nähe. Die Station Place de Clichy (Linien 2 und 13) erreichen Sie in etwa fünf Minuten: Ein Automat und die Sperren dort genügen, um einen Fahrschein zu kaufen oder aufzuladen. Sieben Gehminuten entfernt bietet der Bahnhof Saint-Lazare (Linien 3, 12 und 13, RER A und E, Transilien) mehr Schalter und Automaten sowie einen direkten RER-Zugang zu den Flughäfen und den großen Bahnhöfen. Zu Stoßzeiten empfiehlt es sich, die Karte im Voraus aufzuladen oder den Fahrschein über die App zu kaufen, um Warteschlangen an den Automaten zu vermeiden.

Einen Metro-Fahrschein in Paris zu kaufen ist 2026 also keine Hürde mehr: eine aufgeladene Navigo-Easy-Karte oder die App auf Ihrem Smartphone, und schon können Sie die Hauptstadt erkunden, ohne weiter darüber nachzudenken. Um den Rest Ihres Aufenthalts zu organisieren, finden Sie in der praktischen Infobroschüre des Hotels alle nützlichen Informationen vor der Anreise.